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E-Mobil in die Zukunft

„Neutral, vorwärts, rückwärts“ bietet das Getriebe als Alternativen an. Das ist weniger als in der Politik – aber war sicher nicht der Grund dafür, dass NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben Donnerstag eine kurze Orientierungsphase am Steuer braucht, ehe sie zielstrebig davon schnurrt und der kurzen Kolonne folgt. Ohne Abgase geht’s geradezu lautlos ab auf die Piste. Der Start am Nordsternplatz war der symbolträchtige Auftakt für ein THS-Projekt. Das Wohnungsunternehmen baut eine Elektromobil-Flotte auf. Genutzt werden sollen die Wagen für Mieter und von Mietern.

Die Premierenfahrt endet nach wenigen hundert Metern an der Ladestation. Nicht etwa, weil den Wagen der Saft ausgegangen wäre. Batterien speichern mittlerweile den Treibstoff für Strecken bis zu 300 Kilometern, also genug selbst für ausgedehnte Stadtrunden. In acht Sekunden geht es von null auf 100, und selbst die Spitzengeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern (beim Modell auf Basis des Fiat 500) reicht für kurze Ausflüge auf die Autobahn. An der Stromtankstelle wird lediglich die zweite Phase der mobilen Zukunft präsentiert: Kabel andocken, laden, so einfach kommt der Strom in den, nun ja, Tank. Oberbürgermeister Frank Baranowski, Hausherr und THS-Vorsitzender Karl-Heinz Petzinka und Hanns-Ferdinand Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH, flankieren Thoben an der schmalen Ladesäule. Gemeinsam stellten sie vorab auch das Projekt vor, bei dem dem fünf (mehr oder minder) kleinen Autos ein großer Bahnhof bereitet wurde. Elektromobilität ist das Stichwort. Bis 2020, so Thoben, sollen eine Million Wagen mit Stromantrieb in Deutschland fahren, davon 250 000 in NRW. Angesicht von aktuell 44 Mio Fahrzeugen bundesweit „ein kleiner Schritt, aber selbst der ist ehrgeizig“. Daher brauche es „tausende von Mitstreitern“, so Thoben.

THS baut für zunächst 250 000 Euro eine eigene Flotte mit Elektrofahrzeugen plus Schnellladestationen auf. Die fünf E-Mobile setzt das Unternehmen beispielsweise für ein Carsharing-Projekt in Schaffrath oder für einen ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfeverein in Lünen ein. „Das ist ein Stück weit Pionierarbeit. Elektromobilität braucht Vorkämpfer und Anschubfinanzierung“, meint RWE-Mann Müller und betont: Der Markt muss sichtbar sein.“ Sprich: je mehr Elektromobile unterwegs sind, desto besser. Und auf Dauer auch billiger. Auch hier gilt. Die Masse macht’s. Bislang, sagt Petzinka, „darf man nicht verschweigen, dass es teuer ist“. Für Baranowski passen Zukunftsenergien gut zu dem „was wir in Gelsenkirchen als Thema gesetzt haben. Wir wollen uns als Stadt mit der ELE an der Initiative beteiligen“, kündigt der OB an. „Ab Juni soll bei der Stadtverwaltung ein E-Mobil zum Einsatz kommen. Zudem werden drei Ladesäulen aufgebaut. Wir sind ganz neugierig, wie die Erfahrungen sein werden. Für Petzinka steht fest: Die „Autos werden uns zu neuen Schritten führen“. Gerade im Kulturhauptstadtjahr will er „maximale Impulse setzen“ und zeigen: „Wir sind eine innovative Region und ein innovatives Unternehmen.“

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