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UPS fährt ersten Elektrotransporter
Die Kinder wollten unbedingt mit. Vorvergangene Woche war das, Müslüm Pektas hatte gerade Station gemacht an der Bettina-Schule im Frankfurter Westend, als die Jungen und Mädchen sich die Nase platt drückten an der Frontscheibe seines Transporters. "Aber das geht natürlich nicht", sagt der 36 Jahre alte Zusteller. So ein Paketauto ist eben nicht für den Personentransport gebaut worden, und schon gar nicht für eine Ausflugstour mit Kindern.
Pektas fährt einen Modec mit dem amtlichen Kennzeichen NE -EV 888, ein Kleintransporter im typischen Braun des Logistikers UPS. Der Wagen des britischen Herstellers aus Coventry würde wenig Aufmerksamkeit erregen, wenn nicht ein Elektromotor das Gefährt antreiben würde. Der Modec ist hessenweit das erste, rein elektrisch betriebene Zustellfahrzeug eines Post- und Paketdienstleisters, das im Dauereinsatz ist.
Gegen 8.45 Uhr geht es in der Ostbahnhofstraße nur schleppend voran, Pektas fährt stop and go, doch der Motor heult nicht auf, wenn der Fahrer aufs Pedal drückt. "Es ist viel, viel leiser, man hört einfach nix vom Motor, und es stinkt nicht. Es stinkt immer, wenn man Diesel fährt, da kannst du machen, was du willst. Aber so ein Elektroauto ist leise und schädigt die Umwelt nicht."
Diese Woche bedient der 36-Jährige die West-Tour in Frankfurt. In den nächsten acht Stunden wird der Zusteller zwischen 80 und 89 Kunden bedienen, Expresslieferungen bis 10.30 und 12 Uhr zustellen und zwischen 120 und 180 Päckchen ausliefern. 40 bis 45 Kilometer fährt Pektas dann Strecke durch die Stadt. Dass der UPS-Mann einer der wenigen Zusteller in Deutschland ist, der einen E-Transporter fährt, macht in stolz - auch wenn er davon nicht spricht. Er schwärmt lieber von dem Transporter, der selbst die Pausen angenehmer macht, weil er die Heizung im Winter einschalten kann. Mit einem Diesel wäre das nicht gegangen, weil der lauter gewesen wäre und die Umwelt verpestet hätte.
Kurz nach 9 Uhr macht der 36-Jährige die erste Station im Trianon-Haus an der Mainzer Landstraße. Die Deka-Bank bekommt 18 Briefe und Päckchen, für die Investmentfirma Linklaters hat Pektas eine Sendung, und für Aramak sind zwei große Pakete dabei. "Viele glauben das ja nicht, dass da ein Elektromotor drin ist, die nehmen das als Witz", sagt Pektas, als er die Pakete auf einen Wagen wuchtet und in die 34. Etage fährt. Aber Witze gehen anders, wenngleich es gelegentlich Zwischenfälle gibt, die einem vor Lachen schütteln können.
Bundesweit hat UPS sechs Elektroautos im Testbetrieb, und weil die leisen Transporter für viele noch ungewohnt sind, hat es kürzlich in Düsseldorf ein klein wenig Ärger gegeben. Eine Politesse hatte den Fahrer gerügt, weil sein Auto ohne ASU-Plakette unterwegs war. Der Hinweis, dass der Lieferwagen ohne Verbrennungsmotor fährt, fand wenig Gehör. Erst der Einspruch in der Behörde klärte den Sachverhalt auf.
Pektas hat sich noch nicht streiten müssen: Der 36-Jährige, der seit neun Jahren für UPS fährt, freut sich lieber, dass Passanten und Kunden sich für das Elektroauto interessieren. Und hofft, dass bald alle Zustellfahrzeuge in Städten elektrisch betrieben werden "dann wäre die Luft weniger verdreckt".
Das sieht auch Arthur-Wilhelm Müller so, der für die Sicherheit im Trianon-Haus zuständig ist. "Gut für die Umwelt", sagt Müller und ist überzeugt, dass das "die Zukunft ist". Pektas hat gerade die Pakte abgeliefert, Mülker sagt Tschüss, und schon steigt der Zusteller wieder in sein E-Mobil. "Fahren mit dem Elektroauto", sagt der 36-Jährige, " das macht schon Spaß." Wohl auch, weil das E-Mobil problemlos funktioniert und seine Alltagstauglichkeit gerade unter Beweis stellt.
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