Am 2.7.2012 wird in der Walter-Hülse-Straße in Halle eine Ladestation für Elektroautos und Pedelecs eingeweiht, die sich durch eine besondere Gehäuseverkleidung auszeichnet.
Das Material, aus dem diese Gehäuseverkleidung entstanden ist, ist ein am Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik (IWM) in Halle und Freiburg entwickeltes, sogenanntes Naturfaserkomposit, ein Kunststoff-Holz-Verbundmaterial. Dabei handelt es sich um Wood Plastic Composite Hohlkammerplatten, die bis zu 70 Prozent aus nachwachsenden Holzfasern und zu 30 Prozent aus thermoplastischem Polypropylen bestehen. Neben dem hohen Anteil von nachwachsenden Rohstoffen sind sie tropenholzfrei und zu 100 % recycelbar. Das Holz-Kunststoff -Gemisch lässt sich mehrere Male wieder verarbeiten und kann eine ausgewogenene CO2-Bilanz vorweisen. Die Ladestation wurde in Zusammenarbeit mit einem der Firma Bosecker entwickelt und orientiert sich an der aktuell in Entwicklung befindlichen DIN für derartige Gehäuse.
Im Rahmen der Eröffnung wird darüber hinaus ein Elektrofahrzeug mit dem Namen „FreccO 2.0“ ausgestellt. Der„FreccO 2.0“ zeichnet sich durch zahlreiche, von den Fraunhofer-Wissenschaftlern neu entwickelte Komponenten, aus. Ein Beispiel sind Radnabenmotoren, die die Forscher vom IFAM gemeinsam mit den Kollegen der Fraunhofer-Institute für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB, für Werkstoffmechanik IWM und Betriebsfestigkeit und Zuverlässigkeit LBF konzipiert haben. Der gesamte Antriebsstrang – also der gesamte Motor samt Kardanwelle, Getriebe und Antriebswelle – wurde hier aus dem Auto hinaus in die Radnaben verlegt, beziehungsweise wurde komplett darauf verzichtet. So sind völlig neue Fahrzeugkonzepte möglich. Bei einem Fahrzeug, das außen etwa die Größe eines Golfs hat, wäre der Innenraum dann etwa so groß wie bei einer S-Klasse.
Quelle: Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM