Powered by

< Teilautonome Elektrofahrzeuge für umwelt- und tourismusfreundliche Mobilität
29. September 2011 09:46 Age: 3 yrs
Category: News

Expedition in die Möglichkeiten der Elektromobilität



Es dämmert bereits, als nach und nach 20 bunte Fahrzeuge lautlos auf das Gelände der GÖRLITZ AG in Koblenz einfahren. Die Teams der WAVE, der World Advanced Vehicle Expedition 2011, lassen ihre vierte Etappe auf dem Weg von Paris nach Prag hinter sich und verbringen eine Nacht in Koblenz. Sie fahren elektrisch und zudem 100% emissionsfrei und setzen damit ein Zeichen für saubere Mobilität. Das Koblenzer Unternehmen GÖRLITZ ist technischer Partner der Tour "WAVE".

Es ist die perfekte Abkürzung: WAVE steht für Bewegung und für ein Signal. Mit der "World Advanced Vehicle Expedition" setzt Louis Palmer, Initiator des Projekts, ein Zeichen für saubere Mobilität. "Ziel ist es zu zeigen, dass elektrisch betriebene Autos, die ihren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, heute schon zuverlässig funktionieren und jede Menge Spaß bereiten. Man kann sogar rein mit Solarstrom quer durch Europa fahren. Ohne einen einzigen Tropfen Benzin zu verbrauchen. Und ohne Lärm und Gestank zu produzieren!", so Louis Palmer. Er spricht aus Erfahrung - er umrundete einst die Welt, sein "Solartaxi" lediglich betrieben mit Energie aus Sonnenkraft.

"Wir sind Experten im Bereich Energiedatenerfassung, auch für Elektrofahrzeuge, und haben uns deshalb entschlossen dieses zukunftsweisende Projekt zu unterstützen", erklärt Simon Löffler, Vorstand der GÖRLITZ AG, in seiner Begrüßungsrede vor interessierten Gästen auf dem Firmengelände des Unternehmens. "Nicht nur als "Local Partner" für das Etappenziel Koblenz, sondern auch als technischer Partner der gesamten Tour." Zum einen stellte das Unternehmen eine komplette Ladeinfrastruktur bereit und ermöglichte somit das Laden der gesamten Fahrzeugflotte am Ziel der vierten Etappe. Vor allem aber wurden alle E-Mobile mit modernster Messtechnik des Koblenzer Energiedatenexperten ausgestattet. Die sogenannte "GÖRLITZ OnBoard Unit" gibt Aufschluss über die verbrauchte Energiemenge und die Effizienz des jeweiligen Fahrzeugs während der gesamten knapp 3000 km langen Route. Natürlich wurden hierbei auch verschiedene Ausführungen realisiert, um die Anforderungen unterschiedlicher Elektroautos hinsichtlich ein- oder mehrphasigem Laden erfüllen zu können. In Prag kürt Louis Palmer auf Grundlage der erhobenen Daten, dann den Sieger: Das effizienteste Fahrzeug der gesamten Tour wird belohnt.

Jedes Elektrogefährt führt eine GÖRLITZ OnBoard Unit mit, die genau misst, wie viel Strom an den einzelnen Ladepunkten in den jeweiligen Akku fließt. Per GPRS entsendet das Gerät sodann die gemessenen Werte - direkt und vollautomatisch. Ziel der gebündelten Informationen ist ein Server der GÖRLITZ AG. Nach Prüfung und Aufbereitung durch die GÖRLITZ Software EDW3000 werden sie auf dem entsprechenden Webinterface bereitgestellt. So weiß der Fahrer, aber natürlich genauso jeder Interessierte der Tour, genau über den Energieverbrauch der einzelnen Teams Bescheid. Die Visualisierung beschränkt sich dabei aber nicht nur auf die absolute Energiemenge. Vielmehr sind Lastgänge jedes Teams in 5-minütiger Auflösung darstellbar, so dass man Einblick in die genauen Ladekurven der Fahrzeuge (bzw. deren Ladegeräte) erhält.

"Das Interesse an Elektromobilität ist riesig", freut sich Markus Schroeder, Produktmanager bei GÖRLITZ. "Die IAA wird dem Trend mit einer reinen Halle zum Thema E-Mobility gerecht". Schon seit mehreren Jahren arbeitet GÖRLITZ an Konzepten und Komponenten für moderne Elektromobilitätslösungen. Das Kerngeschäft des Koblenzer Unternehmens liegt in der Entwicklung von Systemen zur intelligenten Erfassung von Energiedaten und deren Auswertung und Visualisierung. Die Lösungen des Unternehmens sind bei Energieversorgern im In- und Ausland erfolgreich im Einsatz. Sein umfangreiches Know-how in der Bereitstellung von Daten für die kaufmännische Energieabrechnung nutzt GÖRLITZ deshalb nun auch für den Fahrstrom von Elektrofahrzeugen. "Hier kommt eine große Herausforderung auf uns zu. Wenn wir unseren Benziner tanken, bezahlen wir direkt an der Zapfsäule. Auch beim Strom "tanken" wollen wir zukünftig einen einfachen Abrechnungsmodus, am liebsten auf unserer monatlichen Stromrechnung. Dies bringt die Notwendigkeit von bezahlbaren Systemen zur Energieerfassung und -bilanzierung, damit auch die Fortbewegung mit Strom alltagstauglich bleibt.", so Schroeder.

Die zentrale Idee des Koblenzer Spezialisten ist hierbei verblüffend einfach. Gemessen und übertragen werden die Stromdaten zentral im Fahrzeug, um den Investitionsbedarf in die heutige Infrastruktur zur Ladung von Elektrofahrzeugen so gering wie möglich zu halten. "Unsere OnBoard Metering Unit ist schon heute bei Zügen die Lösung zur Erfassung des Stromverbrauchs, warum soll dies für Autos zukünftig nicht möglich sein? Ein flächendeckender Ausbau von Strom-Ladesäulen ist weder sinnvoll noch innovativ, ein Betreiberkonzept bei den hohen Kosten nahezu unmöglich.", begründet Simon Löffler die GÖRLITZ-Strategie. "Darüber hinaus haben wir in zahlreichen Messversuchen den massiven Eigenverbrauch von Stromladesäulen festgestellt. Somit verstößt dieses Konzept bei hoher Verbreitung wohl auch gegen jede Vernunft der Maßhaltung mit Energie."

Ziel der GÖRLITZ Entwicklungsarbeit ist es also, die benötigte Intelligenz zum Erfassen und Übertragen der Energiedaten in die bereits vorhandenen Strukturen im Fahrzeug zu integrieren. Die Steckdose wird nicht, wie beim Ladesäulenkonzept, zum kostenintensiven Mittelpunkt der Infrastruktur, sondern ist kostengünstig für ihren bestimmten Zweck erweiterbar. Bereits heute hat das Unternehmen konkrete Prototypen entwickelt, die eine automatische Authentifizierung zwischen Fahrzeug, Ladepunkt und zentralisierter Netzwerkverwaltung ermöglichen. Diese Konzepte wurden in den vergangenen Monaten auch bereits bei großen Automobilherstellern vorgestellt.

Zukunftsmusik, aber dennoch realitätsnah, ist die Einbindung von E-Mobilen in das Smart Grid. Durch die Einspeisung von Energie aus regenerativen Quellen wird das heutige Stromnetz vor hohe Herausforderungen gestellt. Bei einem kräftigen Sturm produzieren Windkraftanlagen mehr Strom, als die Netze heute übertragen können. Es droht dann eine Netzüberlastung. Viele Wissenschaftler forschen deshalb nach Möglichkeiten, den Strom direkt lokal zu verbrauchen oder zu speichern. Moderne Akkus oder moderne steuerbare Haushaltsgeräte sind mögliche Lösungen. Eine sinnvolle Methode könnte die Einspeisung des Strom in die Akkus von Elektromobilen sein. "Stellen Sie sich vor, Ihr Auto tankt nur, wenn das Benzin günstig ist. Und es weiß genau, für welche Fahrten Sie wann und wo Energie benötigen. Das könnte mit intelligent vernetzten Elektrofahrzeugen zukünftig Realität werden.", erklärt Schroeder einen weiteren Vorteil des OnBoard Meterings.

Quelle: www.goerlitz.com