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09. December 2011 09:23 Age: 3 yrs
Category: News

Opel Ampera: Brandgefahr durch Entladen der Batterie reduzieren



Wäre der Opel Ampera ein Mensch, er hätte es derzeit nicht leicht und würde womöglich unter einem “Burn-Out-Syndrom” leiden. Das erste Elektroauto aus dem Hause Opel bzw. General Motors verkörpert die Hoffnung des Konzerns auf eine ruhigere und solidere Zukunft ohne nächtliche Rettungsaktionen. Doch in diesen Tagen bereiten Schlagzeilen von Bränden des Chevrolet Volt nach Crashtests Sorge: Ist der baugleiche Opel Ampera (ebenfalls) nicht sicher und könnte damit sogar zu einer Gefahr für das zarte Pflänzchen Elektromobilität werden?

Fakt ist: Der Chevrolet Volt wurde seit Mai in den USA mehreren Crashtests von der Verkehrsbehörde NHTSA unterzogen. Während die generelle Bewertung des Crashtests eine Top-Note vorsah, traten schleichend Probleme auf: Nach drei Wochen geriet einer der beim seitlichen Crashtest beschädigten Chevrolet Volt in Brand. Und: Das Problem war reproduzierbar – als mit weiteren Volts der Crashtest durchgeführt wurde, gerieten zwei von drei Fahrzeugen sogar bereits wenige Stunden nach dem gewollten Unfall in Brand bzw. es kam zu entsprechender Rauch- und Hitzeentwicklung.

Nach Angaben von General Motors bekam die Batterie des Chevrolet Volt durch den Crash ein Leck und Flüssigkeit lief aus. Nach einem Kurzschluss fungierte die Batterie dann als Brücke und die Flüssigkeit entzündete sich. Das kann auch bei einem leckenden Tank passieren, aus dem Kraftstoff entweicht.

Die Meldungen von der Brandgefahr des Elektroautos aus dem Hause General Motors kommen natürlich zur Unzeit: Kurz vor der Auslieferung der ersten Fahrzeuge vom baugleichen Opel Ampera und kurz nach einer Studie, die bestätigte, dass bisherige Volt-Käufer höchst zufrieden mit ihrem Elektroauto sind. General Motors reagierte mit Angeboten für Leihwagen und dem Rückkauf des Fahrzeugs für verunsicherte Kunden. Und: General Motors versprach, die Ursache der Brände zu identifizieren und entsprechende Veränderungen an der Batterie, dem Batteriemanagementsystem oder sonstigen Stellen vorzunehmen.

Die Lösung, um die Brandgefahr auf ein Minimum zu reduzieren, ist dann auch denkbar einfach: Nach einem Crash solle die Batterie einfach entladen werden, dann gehe die Wahrscheinlichkeit eines Brandes gegen Null, so ein Chevrolet-Sprecher. Somit dürften die Zweifel von 6.000 Ampera-Vorbestellern in Europa weitgehend ausgeräumt sein, was die Sicherheit des Elektroautos angeht.

Klar ist aber auch:Wir alle müssen den Umgang mit Elektromobilität in den kommenden Jahren langsam erlernen. Denn es gibt, nicht nur beim Elektroauto, gewisse Spielregeln, die wir einhalten müssen: So gilt es, etwa bei der Thematik des E-Bikes, Billig-Ware zu meiden und beispielsweise Akkus nicht über Nacht unbeaufsichtigt im Wohnzimmer oder der Wohnung aufzuladen. Akkus für Elektromobilität sind kein Spielzeug, sondern müssen sorgfältig behandelt werden. Und: Es muss endlich Standards geben, die vorschreiben, dass Batterie, Ladegerät und Batterie-Managementsystem aufeinander abgestimmt werden müssen. Denn oft liegt der Fehler nicht in mangelhaften Einzelkomponenten, sondern in der fehlenden Abstimmung zwischen diesen Komponenten.

Weil wir alle diesen Umgang erst lernen müssen, macht es Sinn, sich bei der Elektromobilität noch ein wenig Zeit zu lassen: Im kommenden Jahr wird der Hype um E-Bike und Elektroroller so richtig ausbrechen, davon sind wir überzeugt – dieser sollte dann schrittweise zu einem anderen und vorsichtigeren Umgang mit Akkus für Elektromobilität führen. Gelingt dies, kann man sukzessive über Microcars und Elektroautos für den urbanen Verkehr nachdenken.

Quelle: www.cleanthinking.de